Lesermeinung des Jahres: Zum dumm für den Supermarkt
27.11.2009 Von Heinz Gomez
KASSE – Es gibt Leser, die hat man lieber nicht. Heute kam mal wieder ein ernst gemeinter Kommentar zu unserm Artikel LIDL nimmt Leberkäse aus dem Sortiment: Spanien bald komplett leberkäsfrei? In diesem wunderschönen Text bedauern wir, dass es bei unserem LIDL nebenan keinen Leberkäse mehr gibt. Nicht mehr und nicht weniger. (Hier beginnt der Aufbau eines Spannungsbogens)
Kommentarfunktion missbraucht
Und da hat sich nun also ein Leser die Kommentarfunktion zunutze gemacht und von seinem Einkauf bei LIDL berichtet. Vorweg: Der Mann meint es ernst, mit dem was er da schreibt. Erschreckend.
Supermarkt-Prinzip nicht verstanden
Dieser Person wollen wir an der Kasse in keinem Falle begegnen. Nicht nur, dass der Herr das Grundprinzip eines Supermarktes nicht verstanden hat. Nein. Mr. Superschlau nörgelt auch noch rum und droht LIDL mit irgendeinem Scheiss-Reiseblog. Und dann ist der unfähige Kunde auch noch sauer, weil LIDL nicht so reagiert wie sich der Arsch das vorstellt. Trittbrettfahrer in Sachen LIDL-Bashing oder was?
Blogger und Supermärkte im selben Dilemma
Die Supermärkte stehen genau so doof da wie wir. Wir können uns die Leser nicht aussuchen, Supermärkte müssen halt das an Kunden mitnehmen, was in den Markt reinstolpert. Wir stehen natürlich auf der Seite von Lidl, Aldi, Tengelmann, Mercadona, Caprabo und all den anderen und fordern: Einlasskontrolle in Supermärkten und im Zweifelsfalle Intelligenzprüfung und gegebenenfalls Zutrittsverbot.
Hausverbot bei viva-españa.com
Bei uns hier im Blog hat dieser Mensch in jedem Falle Hausverbot und zwar mit verschärften Bedingungen: Nur ein einziger Klick auf irgendeinen Link, der Eigentum von viva-españa.com ist und es wird fünf Jahre lang Scheiße regnen auf dieses Lesers Haupt. Rund um die Uhr. Da muss man sich morgens erstmal durch die ganze, die Nacht über runtergefallene Kacke graben. So schauts aus.
Hier nun der Text des dümmsten Supermarktkunden ever. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie hundert Zeilen Scheiße. (Spannungbogen Ende).
Ich habe für zwei Reisemagazine die Bedingungen der in Andalusien überwinternden Rentner recherchiert, die überwiegend aus Deutschland und den Niederlanden kommen.
Zu den Bedingungen zählten auch die Einkaufsmöglichkeiten, wobei ich u.a. für eine Rentnerin deren Einkauf im Lidl-Markt in Isla Cristina getätigt habe, wo ich ein Erlebnis der besonderen Art hatte.
Ich habe die gekaufte Ware an der Kasse aufgelegt. Bei der Kundin vor mir öffnete sich eine Flasche mit Waschmittel, wobei sich ein Teil des Inhalts über die Scanner-Waage ergoss.
Ich muss erwähnen, dass ich wegen den langen Kundenschlangen an allen anderen Kassen keinen Kassenwechsel vornahm.
Die Kassiererin bemühte sich circa 20 Minuten – unterstützt durch eine Kollegin – mit der Reinigung, um dann festzustellen, dass der Scanner nicht mehr funktionierte. Sie forderte mich deshalb auf, meine Waren zu einer anderen Kasse zu tragen, wo ich „bevorzugt“ behandelt werden sollte.
Ich habe meinen Einkauf in eine mitgeführte Klappbox gelegt, die dann von der Verkäuferin zu einer anderen Kasse getragen wurde, wo dann die beiden Kassiererinnen die Ware einscannten.
Dieses Scannen stellte sich so dar, dass einzelne Produkte aus der Klappbox entnommen, eingescannt und wieder zurückgelegt wurden. Dies war aber ein unüberschaubares Gewusel und führte zu einem nicht nachvollziehbaren Hin und Her, wobei es auch zu einigen Stornierungen kam.
Als man mir den Zahlbetrag nannte, gab ich zu verstehen, dass ich vor der Bezahlung die Ware zuerst mit dem Kassenzettel vergleichen möchte. Dies lehnten die beiden Verkäuferinnen aber kategorisch ab und forderten mich zur Zahlung auf.
Unschön wurde es, als sich sogar andere wartende Kunden (Spanier) ebenfalls gegen mich wandten und ich in deren Augen der Buhmann war, obwohl diese Situation nicht von mir verursacht worden war.
Nur weil ich wegen eines vereinbarten Interview-Termins infolge des Kassendesasters unter Zeitdruck stand, habe ich die Ware bezahlt, ohne dass ich eine Möglichkeit der Kontrolle hatte.
Ich persönlich hätte den gesamten Einkauf ohne Bezahlung an der Kasse liegen lassen. Da ich den Testeinkauf aber für jemand anders durchführte, gab es eine weitere Notwenigkeit für mich, die geforderte Zahlung zu leisten.
Ergebnis: Eine spätere Kontrolle des Einkaufs ergab, dass die „Alfredo Pizza“ zweimal berechnet wurde, obwohl ich nur eine gekauft hatte. Ein Frischkäse hingegen war nicht registriert worden, obwohl ich den gekauft hatte.
Ich habe mein Recherche-Ergebnis an die Lidl-Zentrale in Deutschland geschickt und unter Hinweis auf den baldigen Redaktionsschluss um eine zeitnahe Stellungnahme gebeten. Dies war verbunden mit dem Angebot, diese Stellungnahme in meinen Bericht einzubeziehen.
Ich schrieb Lidl u.a., dass ich nicht bewerten könne, ob qualitative Defizite bei der personellen Ausstattung des Marktes zu einem solch kritikwürdigen Verhalten der Verkäuferinnen führten, aber ich würde davon ausgehen, dass man mit mir der Meinung sei, dass man den Kunden ein solches Einkaufserlebnis ersparen sollte.
Von Lidl habe ich aber weder eine Eingangsbestätigung noch die erbetene Stellungnahme von Ihnen erhalten.
Eine erneute Nachfrage mit den Hinweis auf die Eilbedürftigkeit blieb ebenfalls unbeantwortet, obwohl ich schrieb, dass es wohl im eigenen Interesse von Lidl sei, wenn mein Bericht nicht einen Untertitel “Lidl lohnt sich NICHT” habe, in dem den Lesern empfohlen würde, lieber bei spanischen oder deutschen Mitbewerbern vor Ort einzukaufen.
Nachdem ich inzwischen erfuhr, dass sich im getesteten Markt ähnliche Vorfälle wiederholten, lohnt sich ein Einkauf bei Lidl in Isla Cristina wirklich NICHT. Und das wochenlange Schweigen der Lidl-Zentrale unterstreicht dies noch zusätzlich.
P.S.: Wie wärs, wenn Sie sich bald mal mit Ana Log treffen?
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