Madrid: Hier spielt die Musik nicht (mehr)
21.11.2008 Von Heinz Gomez
MADRID – Aktion. Reaktion. Überreaktion. Eins vorweg: So wies aussieht haben neulich mehrere Türsteher in einer Madrider Diskothek einen Gast totgeschlagen.
Die mutmaßlichen Täter sitzen in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Dagegen ist nichts einzuwenden. Ganz im Gegenteil. Wenn dem so war, wie es scheint, greift das Strafrecht, es kommt zum Prozess, ein Urteil wird gefällt werden.
Doch was heute passierte, lässt aufhorchen. Offensichtlich lagen gegen die Tatort-Diskothek mehr als 40 Anzeigen vor. Passiert ist nix. Ganz sicher gibt es Leute die wissen warum.
Währenddessen stürzt sich die Stadtverwaltung der spanischen Hauptstadt in Aktionismus. Razzzzzzzzzzmatazzzzzz. Drei Live-Clubs mittlerer Größe geschlossen. Einfach so? Schwerwiegende Mängel heißt es. Nun ja. Waren diese Mängel bisher unbekannt? Droht plötzlich eine Gefahr, die zuvor nicht drohte?
Behördenwillkür möglicherweise. Nichts Genaues weiß man nicht. Schließen kann man alles immer zu jeder Zeit. Doch: Will sich da jemand die Hände rein waschen? Der Linksaußen der konservativen Partido Popular? Der Madrider Bürgermeister Alberto Ruiz-Gallardon? Scheint so.
Auf jeden Fall ist jetzt erstma Schluss mit Livemusik in mittleren Sälen in Madrid. Besonders gut war es um das Angebot in dieser Kategorie ohnehin noch nie bestellt. Barcelona, Sevilla, selbst Valencia oder Alicante haben da die Nase vorn. Animo, liebe Clubs, namentlich La Riviera, Moma und Macumba genannt. Who will be next?
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