Mittwoch, 17 of März of 2010

Spanien: Jahresrückblick Politik

23.12.2008 Von Heinz Gomez

MADRID – Wie soll es auch anders sein: Selbst in Spanien neigt sich das Jahr zu Ende. In der Politik herrschte Business as usual. Die Bürger wählten Amtsinhaber José Luis Rodríguez Zapatero im März zum zweiten Mal zum Präsidenten. Der Sozialist besiegte erneut den konservativen Herausforderer Mariano Rajoy.

zapatero-rajoy

Zapatero (Präsident, PSOE) - Rajoy (Oppositionsführer, PP)

Soweit so gut. Oder auch so schlecht. Denn wie steht es tausendfach in den Geschichtsbüchern geschrieben? “Spanien, das ist das Land der netten Menschen und der unsäglichen Politiker zugleich”. Wir fassen das Jahr im Schnelldurchlauf für Sie zusammen.

Nachdem die gemeine Rechtspresse und die konservative Partido Popular bereits im März 2004 der Ansicht waren, dass eigentlich die Rechtsnationalen das Recht hätten, weiter zu regieren und deswegen wilde Verschwörungstheorien um die schrecklichen Attentate vom 11. März 2004 in Madrid in die Welt setzten (ETA wars! Zapatero wars! Die Franzosen warns! Der marokkanische Geheimdienst wars! Alle zusammen warns!) war kurz nach den Wahlen von 2008 erstmal geschocktes Schweigen angesagt.

ETA TerroristenDiese Phase dauerte so ungefähr zwei Tage. Dann ging die ganze Maschinerie von vorne los. Zapatero, der Terrroristenfreund, schenkt den Terroristen der ETA vermutlich doch Navarra und das Baskenland etc bla bla. Selbst als bei einem ETA-Führer nach dem anderen die Handschellen klickten, wurde dies als deutliches Indiz dafür gewertet, dass der Herr Präsident wohl im Geheimen mit den Terroristen verhandle.

Berufsopfer Francisco José Alcaraz, der auf Knopfdruck weinen kann, hat gar eine neue Organisation gegründet, um erneut eine “Bürgerrebellion” gegen die Regierung anzuzetteln.

Währenddessen setzt der zweifache Verlierer auf eine neue Karte: Wirtschaftskrise!!! Das Kalkül: Wirtschaft schlecht, Zapatero schuld, ich bald Präsident. Neuwahlen am besten jetzt. Die Aussichten: Nun ja die Legislaturperiode dauert noch ein wenig mehr als drei Jährchen. Und wehe, wehe, wehe Mariano: Vielleicht kommt die Erholung ja doch vor 2012. Und dann?

Die restlichen politischen Ereignisse in Spanien fasst man am besten wie folgt zusammen. Partido Popular weiterhin ferngesteuert – quasi als Franchise-Unternehmen – von Ex-Präsident José Maria Aznar und seiner merkwürdigen Stiftung FAES.

copeKatholische Kirche: dick im Geschäft. Der Radiosender der Bischofskonferenz – Cope – will dass der Präsident weg ist, ganz ganz schnell, ganz weit. Abtreibung muss verboten werden. Religion Pflicht für alle und immer. Und Kreuze überall und allerorts. Diktator Franco war gut. Deswegen ist es frevelhaft, Franco-Statuen zu entfernen. Mehr davon wären besser.

Was noch bleibt: Zapatero schlecht, Rajoy gut. Wir wolln regieren. Der andere taugt nichts. Freund von Chavez, Castro etc. Bush mag ihn nicht. Weil Zapatero Truppen aus Irak abgezogen hat. Was für eine Schande. Spanien ohne Truppen in Irak weltweit blamiert. Aznar hatte Füsse auf Bush-Tisch. Das ist Weltpolitik. Zapatero ausgelacht. Von allen. Immer. Überall. Bäääääh. Wääääh. Uäääääh.

Sollten wir etwas vergessen haben: Zögern Sie nicht und ergänzen Sie diesen Artikel per Kommentar-Funktion. Vielen Dank und schönen guten Abend.

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