Montag, 15 of März of 2010

Spanien: Konzepte gegen die Wirtschaftskrise

20.01.2009 Von Heinz Gomez

Pedro Solbes hat einen PlanMADRID – Die Europäische Union gab es am Montag bekannt. Im laufenden Jahr ist in Spanien eine Arbeitslosenquote von 16,1 Prozent möglich. 2010 könnten  gar 18,7 Prozent erreicht werden.

Der sozialistische Wirtschaftsminister Pedro Solbes krempelte daraufhin das Hemd an beiden Armen hoch und begab sich an die Arbeit.

Heraus kam ein Maßnahmenkatalog, der es innerhalb der EU mit jedem Land aufnehmen kann. Neue Arbeitsplätze werden mit dem Plan Solbes III zwar erst in Phase zwei geschaffen, aber immerhin spült das Vorhaben bereits von Anfang an reichlich Geld in die Staatskassen.

Wie noch in der Nacht zum Dienstag bekannt wurde, müssen sich die spanischen Bürger und so manch renitenter Resident komplett umstellen. Ab Mittwoch 9 Uhr 45 wird zurück abkassiert. Ein ganzes Heer von Eintreibern “im Namen des Staates und wer es denn auch will des Gottes” nimmt dann mehr oder weniger pünktlich die Arbeit auf. Dann wird teuer, was unlängst noch das gesamte Land prägte.

spinning_dancerEin kleiner Auszug aus der handschriftlichen Verordnung Solbes 10/1:

Falsch tanzen kostet 13 Euro. Dummrumstehen schlägt mit 100 Euro zu Buche. Dummrumlabern kostet mindestens 1.000 Euro. Labern zwei oder mehr spanische Hausfrauen in Hausfrauenuniform auf der Strasse vor dem Haus dumm rum, geht das Eigenheim in Staatsbesitz über.

Eventuell auf dem Eigentum lastende Hypothekenschulden sind von den Banken zu tragen. Gern benutzte Alltagswörter wie coño, joder, jillipollas oder me cago en tu puta madre schlagen mit je fünf Euro zu Buche. Ausgenommen sind Freudenhäuser.

In allen Fällen gilt, dass Vergehen summiert werden. Das hat durchaus Vorteile. So stopft man einflussreichen Radiozwergen wie Federico Jimenez Losantos oder dem ehemaligen Ministerpräsidenten José María Aznar in nur wenigen Minuten endgültig das Maul.

Mit den Einnahmen – das sind nach ersten Hochrechnungen immerhin 38 Milliarden Euro schon am ersten Tag – wird sofort wieder ein Bauboom erzwungen. Und jetzt kommt das wirklich schöne an der Strategie, die Phase 2: Gebaut wird im Ausland und nicht nur im Europäischen. Und zwar genau von den Dummschwätzern, die vorher abkassiert wurden. Sind ja nun schliesslich arm wie Kirchenmäuse und müssen ranklotzen, damit es was zwischen die Kiemen gibt. So ganz, ganz, ganz weit weg stören die erstmal nicht mehr.

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