Montag, 6 of Februar of 2012

Spanien: Krise? Welche Krise?

07.01.2009 Von Kai Shanghai

/ BARCELONA – In Spanien schlägt die Wirtschaftskrise voll zu. Zumindest theoretisch und zumindest in Sektoren wie Immobilien oder Neu- und Gebrauchtwagen. Nachdem der gemeine Spanier – Weihnachten sei Dank – bereits wochenlang Geld zum Fenster rausgehauen hat – der Kreditkarte sei Dank – geht es nun nahtlos weiter. Den Rebajas, dem Schlussverkauf also, sei Dank.

In Spanien ist nämlich, das sei zu wissen, ein Drittel des lieben langen Jahres Schlussverkauf. Im Sommer 2008 dauerte die Preisregatta zwei Monate, der jetzige Winterschlussverkauf beginnt offiziell am 7. Januar und geht mindestens bis Ende Februar. Letztendlich kann das jeder Einzelhändler halten wie er will. Darum fiel der Startschuss an vielen Orten bereits am 2. Januar. Spätestens am 2. März muss jedoch Schluss sein. Sonst gäbe es ja nur noch Rebajas.

EuroIm Schnitt gibt jeder Bürger, ob jung und in die Windeln pupsend, oder fortgeschrittenen Alters und im Wohnzimmer der Familie dahinvegetierend, dieses Jahr 106 Euro im Schlussverkauf aus. Das sind bei 46 Millionen Einwohnern knapp fünf Milliarden Euro. Aber dennoch 15 Prozent weniger als im Vorjahr.

Spitzenreiter sind die Hauptstädter aus Madrid, die es auf 120 Euro bringen, gefolgt von den Katalanen mit 114 Euro. Am knausrigsten, weil mit weniger Kaufkraft ausgestattet, sind die Bürger aus Castilla-La Mancha (94 Euro) und den Kanarischen Inseln (99 Euro).

Doch es gibt auch wirklich gute, fantastische Nachrichten. Die Preise für Neuwohnungen fallen. So kostet in Madrid der Quadratmeter im Schnitt nur noch 3.658 Euro (minus 7,9 Prozent). Am teuersten ist nach wie vor in Barcelona mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4.243 Euro (minus 5,6 Prozent).

Wir fassen zusammen: Eine 100-Quadratmeterwohung kostet dort also nur noch 365.800 Euro beziehungsweise 424.300 Euro. Echte Schnäppchen. Da sollte man sofort zuschlagen. Muss man sogar. Sind ja schließlich Rebajas-Zeiten. Viva España!

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